Rezension

[Rezension] Fuchs 8

Fuchs 8

George Saunders
Luchterhand
Erschienen am:
56 Seiten
Gebundens Buch 12,00,-

Klappentext

Fuchs 8 war immer schon neugierig und ein bisschen anders als die anderen Füchse seiner Gruppe. So hat er die menschliche Sprache gelernt, weil er sich gern in den Büschen vor den Häusern versteckte und zuhörte, wenn die Menschen ihren Kindern Gutenachtgeschichten vorlasen. Die Macht der Worte und Geschichten befeuert seine Neugier auf diese Wesen, bis Gefahr am Horizont auftaucht: Der Bau eines riesigen Einkaufszentrums zerstört den Wald, in dem die Füchse leben, und sie finden kaum noch Nahrung. Dem stets belächelten Tagträumer Fuchs 8 bleibt nur eines: Er beschließt, seine Fuchsfamilie zu retten, und macht sich auf den Weg zu den Menschen …

Meine Meinung

Kennt Ihr Liebe auf den ersten Blick? Wenn es das bei Büchern gäbe, also Liebe auf den „ersten Satz“ quasie, dann habe ich mich wohl direkt hoffnungslos in Fuchs 8 verliebt 😉

Wie Ihr schon aus dem Klappentext entnehmen könnt, begleiten wir in der Geschichte einen Fuchs. Er heißt nicht Tim oder Struppi. Sein Name ist Fuchs 8 und er ist sehr schlau, denn er hat die Sprache der Menschen gelernt.

„Zuers möchte ich sagen, Entschuldigung für alle Wörter di ich falsch schreibe. Weil ich bin ein Fuks!“

Das Buch ist aus Fuchs 8 Perspektive geschrieben. Das heißt, dass es ganz schön abenteuerlich ist, die Geschichte zu lesen. Denn alle Wörter sind so geschrieben, wie Fuchs 8 sie nunmal gelernt hat. Nicht perfekt. Und ich finde, genau das macht das Buch zu etwas ganz Besonderem!

Keine Kindergeschichte

Die Geschichte rund um Fuchs 8 und seine Fuchsfamilie ist keine traditionelle wohlfühl Kindergeschichte. Obwohl sie sehr ruhig beginnt und den Anschein macht, dass sie eine schöne Geschichte für zwischendurch ist, geht es im späteren Verlauf um ernste Themen, wie die Ausbeutung der Natur und um die Grausamkeiten der Menschen.

An einigen Stellen hatte ich Tränen in den Augen, weil mich die Schicksale sehr berührt haben und mich die Ungerechtigkeit so wütend gemacht hat. Ich wäre am liebsten ins Buch hineingeklettert und hätte Fuchs 8 gerne geholfen. Aber ihr wisst ja, leider geht so etwas nicht.

Die Geschichte wird durch wunderschöne Illustrationen von Chelsea Cardinal begleitet, die auf mehreren Seiten zu finden sind.

Mit seinen 56 Seiten ist Fuchs 8 eine relativ kurze Geschichte, die aber aufgrund der Thematik noch länger im Gedächtnis bleibt und die ich wirklich jedem empfehlen kann.

Pressestimmen

>Fuchs 8< kann auf seine eigene wundersame Weise dazu beitragen, die Welt zu verändern

Financial Times

Ihn wird man noch lange nach unserer Zeit lesen.

Zadie Smith

Der Autor George Saunders

George Saunders wurde 1958 in Amarillo, Texas, geboren und kam erst auf Umwegen zur Literatur. Er studierte Geophysik, arbeitete auf den Ölfeldern in Sumatra und schlug sich nach seiner Rückkehr als Türsteher, Dachdecker und Schlachthausgehilfe durch, bevor er Literatur studierte. Inzwischen hat er mehrere Bände mit Kurzgeschichten, einen Essayband und ein Kinderbuch veröffentlicht, lehrt Creative Writing an der Syracuse University und wurde u.a. 2006 mit dem MacArthur „Genius Grant“ und dem Guggenheim Fellowship, 2009 mit dem Academy Award der American Academy of Arts and Letters ausgezeichnet, erhielt 2013 den PEN/Malamud Award und 2014 den Folio Prize. George Saunders gilt als einer der besten Shortstory-Autoren der Gegenwart und neben David Foster Wallace als einer der bedeutendsten modernen Autoren Amerikas. Er lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Oneonta, New York. Das Echo auf seinen ersten Roman »Lincoln im Bardo« war überwältigend: Man Booker Prize 2017, Shortlist für den Golden Man Booker Prize, Premio Gregor von Rezzori 2018, New York Times-Nr.1-Bestseller, SWR-Bestenliste Platz 1 und Spiegel-Bestseller.

Die Rechte der Coverabbildung liegt bei dem Verlag Luchterhand

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