Rezension

[Rezension] Die Tyrannei des Schmetterlings

Frank Schätzing
Kiepenheuer&Witsch
Erschienen am: 24.04.2018
736 Seiten
Gebundene Ausgabe 26,00 Euro

 

Klappentext

 

Kalifornien, Sierra Nevada.

Luther Opoku, Sheriff der verschlafenen Goldgräberregion Sierra in Kaliforniens Bergwelt, hat mit Kleindelikten, illegalem Drogenanbau und steter Personalknappheit zu kämpfen. Doch der Einsatz an diesem Morgen ändert alles. Eine Frau ist unter rätselhaften Umständen in eine Schlucht gestürzt.

Unfall? Mord?

Die Ermittlungen führen Luther zu einer Forschungsanlage, einsam gelegen im Hochgebirge und betrieben von der mächtigen Nordvisk Inc., einem Hightech-Konzern des zweihundert Meilen entfernten Silicon Valley. Zusammen mit Deputy Sheriff Ruth Underwood gerät Luther bei den Ermittlungen in den Sog aberwitziger Ereignisse und beginnt schon bald an seinem Verstand zu zweifeln.

Die Zeit selbst gerät aus den Fugen. Das Geheimnis im Berg führt ihn an die Grenzen des Vorstellbaren – und darüber hinaus.

 

Meine Meinung

 

Das Wichtigste vorweg. Ich bin zwiegespalten. Ich kann nicht wirklich sagen, ob der Schmetterling gut oder schlecht ist. Wenn ich ihn Jahre später eventuell noch einmal lesen würde, könnte ich ihn gut finden. Vielleicht ist auch jetzt gerade einfach nicht der richtige Moment.

Der Hauptgrund liegt darin, dass ich der Geschichte nicht aufmerksam folgen konnte. Sie hat ihre Längen. Viele Längen, die gefüllt sind mit detaillierten Beschreibungen der Natur/Umgebung.

 

Ein Reiseführer durch Sierra Nevada.

 

Das kann für den einen oder anderen sehr ansprechend und informativ sein. Für mich ist es, da ich dem Hauptstrang der Geschichte mit Spannung folgen will, leider bremsend. Der Übergang von den aktiven Geschehnissen zu Vergangenem, wie auch Beschreibungen der Gedankenwelt, der einzelnen Charaktere war demnach sehr langatmig.

 

Bildgewaltige Sprache.

 

Dabei hat sich Schätzing wahnsinnig viel Mühe gegeben jedes noch so kleine Detail in eine bildgewaltige Sprache zu betten, was ihm wirklich gut gelungen ist!

Das Buch will mit Geduld gelesen und genossen werden.

Im Kontrast zur abwartenden Atmosphäre stehen die überaus gut ausgearbeiteten und lebendendigen Dialoge, die zum Teil sehr sarkastisch und ziemlich witzig sind. Sie lockern die Atmosphäre im Buch auf und geben den ohnehin charismatischen Charakteren das i-Tüpfelchen an Lebendigkeit.

 

Nur eine Fiktion?

 

Das Geschehen rund um den Hightech-Konzern Nordvisk Inc. spielt eine tragende Rolle. Hier reiben sich Fortschritt, Moral und Intrigen aneinander und bilden ein gefährliches Gemisch. Der Schmetterling ist zwar nur eine Fiktion aber durchaus in der Lage, uns einen kritischen Blick auf die Möglichkeiten der technischen Ausschöpfung zu geben und in jedem Falle ein informativer Schatz im Bücherregal.

 

 

Die Rechte der Coverabbildung liegt bei dem Verlag Kiepenheuer&Witsch

1 thought on “[Rezension] Die Tyrannei des Schmetterlings

  1. Ich bin damals mit “Der Schwarm” schon nicht klargekommen.
    Es kann zwar erstklassige und auch hoch gelobt Literatur sein… Aber ich bin da wohl etwas einfacher gestrickt.

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