[Rezension] SallyJones – Mord ohne Leiche

Jakob Wegelius
Gerstenberg Verlag
Erschienen am: 27.06.2016
620 Seiten
Gebundene Ausgabe 19,95 Euro
empfohlen 9 – 11 Jahren

 

Klappentext

 

Lissabon um 1900: Bei einem Handgemenge im Hafen von Lissabon stürzt ein Mann ins Wasser. Seine Leiche wird nie gefunden. Doch der finnische Seemann Henry Koskela wird des Mordes angeklagt und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

SallyJones will die Unschuld ihres Freundes beweisen und begibt sich deshalb auf eine abenteuerliche Reise um die halbe Welt. Diese führt sie aus den engen Gassen Lissabons über Alexandria und Bombay bis in den sagenhaften Palast des Maharadschas von Bhapur. Dabei begegnet sie einer Fadosängerin, einem zwielichtigen Bischof, einem freundlichen Friedhofswärter, einem finsteren Kommissar, dem Akkordeonvirtuosen Fabulous Forzini, einem launischen Maharadscha und einem dreihöckrigen Kamel.

 

Meine Meinung

 

SallyJones nimmt dich mit auf eine Reise. Eine Reise über Häuserdächer und durch verwinkelte Gassen. Eine Reise über das weite Meer und in die Luft.

Mit ihr zusammen erfährst du, was es bedeutet wahre Freunde zu haben. Aber auch, wie grausam Menschen sein können.

 

Richtig geraten! SallyJones ist eine Gorilla-Dame!

 

Sie redet nicht… aber in einem ist sie unschlagbar. Sie ist nämlich die beste Maschinistin in ganz Lissabon und ziemlich klug noch dazu! Sie begleitet ihren „Chief“ Henry Koskela auf einem Schiff, der Hudson Queen.

Bis es zu einem Unfall kommt, bei dem Henry Koskela vom Polizisten Garretta ins Gefängnis befördert wird. Von da an ändert sich alles für SallyJones. Sie verliert ihr Zuhause und irrt durch die Gassen Lissabons. Doch eines weiß sie ganz genau. Ihr Chief ist unschuldig!

 

Damit beginnt ihre abenteuerliche Reise.

 

Die Geschichte wird aus der Sicht von SallyJones geschildert. Da sie nicht redet erfährt der Leser hauptsächlich ihre Gedanken. Auf ihrer Reise begegnet sie vielen Menschen von ganz unterschiedlichem Charakter, die ihr auch nicht immer wohl gesonnen sind. Doch SallyJones weiß sich meist zu helfen, auch wenn die Situation manchmal ziemlich ausweglos scheint.

Trotzdem gibt es im Buch auch einige traurige Abschnitte. So wie es im wahren Leben auch traurige Momente gibt. Die Umsetzung dieser Thematik ist Jakob Wegelius einwandfrei gelungen.

Die Gestaltung der Charaktere erfolgt mit viel Liebe zum Detail. Im Buch sind zu Beginn, die wichtigsten Charaktere abgebildet. Kleinere Details, wie Gegenstände oder Posen, geben einen ersten Eindruck. Sie verraten jedoch nicht, wer nun ein Bösewicht ist und wer nicht! Das muss ganz allein der oder die LeserIn herausfinden.

 

SallyJones ist eine Bereicherung im Bereich der Kinderliteratur.

 

Jakob Wegelius hat mit SallyJones – Mord ohne Leiche eine lehrreiche und anspruchsvolle Geschichte geschaffen, die bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Die Gorilla-Dame hat sich in mein Herz geschlichen und mitunter vermisse ich sie ab und an sogar. Dann lese ich mir den letzten Satz im Buch durch und hoffe, das SallyJones Geschichte irgendwann einmal weiter gehen wird.

 

Info: SallyJones ist Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2017 im Bereich Kinderbuch

 

Die Rechte der Coverabbildung liegen bei dem Verlag Gerstenberg

1 thought on “[Rezension] SallyJones – Mord ohne Leiche

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.